UN-Dekade BNE: Jahresthema 2012 Ernärung

Das Jahresthema 2012 der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist Ernährung. Warum schmeißen wir große Mengen unserer Lebensmittel weg? Was hat die Wurst im Pausenbrot mit dem Klimawandel zu tun? Und was genau ist fair am fairen Handel? Diesen Fragen soll sich in diesem Jahr im Rahmen der UN-Dekade BNE gewidmet werden. Im BNE-Portal finden sich Veranstaltungen, Tipps für den Unterricht, Projekt-Beispiele und vieles mehr » » »

Lernen auf dem Biobauernhof

Immer wieder werden wir im Ökowerk gefragt, ob wir nicht einen Bauernhof kennen, den man mit der Klasse besuchen kann. Das ganze ist recht problematisch, weil unter dem Rubrum "Lernen auf dem Bauernhof" nicht selten auch Museen, Ponyhöfe oder - was schon recht heftig ist - Betriebe mit dem Ziel der Verköstigung geführt werden.Die folgende Übersicht soll dem abhelfen; sie ist noch im Aufbau und wird kontinuierlich erweitert - wenn Sie uns weitere Tipps geben können, erhalten Sie unsere Doppel-CD "Bach-Land-Fluss" als Dankeschön.
Drei Kriterien müssen die Bauernhöfe erfüllen, damit wir sie hier aufnehmen:

  1. Die Bauernhöfe ermöglichen eine sachkundige Führung oder Anleitung.
  2. Die Höfe entsprechen den Bio-Kriterien der EU oder den Kriterien
    von Neuland für eine artgerechte Tierhaltung.
  3. Die Bauernhöfe sind erreichbar, so dass ein eintägiger Besuch möglich ist.

Gut Schmerwitz »
Grünland, Obst sowie Schweine, Schafe und Hühner, Bioland. Siehe Fortbildung rechts im Info-Kasten. Möglichkeit zum Mittagessen (Suchthilfe Scarabäus).
Bis Belzig, dann Fahrrad, notfalls Bus 588

Ökodorf Brodowin »
Grünland, Obst sowie Kühe, Schweine und Schafe und Hühner, biologisch-dynamisch. Siehe Fortbildung rechts im Info-Kasten. Begleitforschung. Am Parsteiner See Museum Pehlitzwerder. Hofladen. Bis Chorin, dann Fahrrad, notfalls bis Eberswalde oder Chorin dann Bus 912

Kinderbauernhof Gussow »
Altes landwirtschftliches Gerät, Rinder, Schafe, Schweine, Hühner, ökologisch nach Biopark. Projekttage für Grundschulen, auch Kurzfahrten und Zeltlager. Internet. Mittagessen möglich. Bis Königs Wusterhausen oder Bestensee, dann Bus 724

Biolebensmittel

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist groß wie nie. Selbst ursprüngliche Skeptiker greifen inzwischen zu Produkten aus ökologischem Anbau. Skandale wie BSE und Gammelfleisch sowie Schadstoffe im Grünzeug haben es möglich gemacht. Bio-Produkte gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt. Sogar Discounter wie Lidl, Penny und Plus machen mit. Bleibt die Frage: Ist Bio gleich Bio?

test 05/2007 erklärt die verschiedenen Biosiegel und die aus dem neuen Bio-Boom entstehenden Schwierigkeiten » Test

Bundesinitiative - Lernen auf dem Bauernhof

Die Initiative zeigt Wege und Möglichkeiten auf, wie das Thema Landwirtschaft in der Schule gestaltet werden kann. Mit einem umfangreichen Informationsangebot soll Lehrkräften geholfen werden den Besuch auf einem Bauernhof vorzubereiten, Kontakte zur Landwirtschaft zu knüpfen und den Aufenthalt auf einem Bauernhof erfolgreich zu gestalten.

Ernährungsführerschein

ist ein umfangreiches aid-Medienpaket für die 3. Klasse mit Fachinformationen, Verlaufskizze, Druckvorlagen, Elterninformationen und Prüfungsbögen, alles zusammen zum Preis von 40 €. Dabei steht die Praxis im Mittelpunkt, Quark, Müsli und Kartoffelgerichte werden hergestellt.

Schulessen

Seit Jahren wird immer wieder diskutiert, ob es nicht einen Zwang an Ganztagsschulen zur Teilnahme am Schulessen geben solle. Vielleicht gibt es auch für Verwaltung und Schulgremien einen Zwang sich um die Qualität des Schulessens zu kümmern, wo doch ganze Bezirke einem einzigen Monopolisten der Schul-Caterer schon zugeschlagen wurden.

Beliebte Ausrede ist der Mangel an Alternativen, doch da gibt es einige in Berlin, eine ist im Oberstufenzentrum Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern: eine CO2-neutrale Bio-Mensa!

Unterrichtsmaterialien

Der aid infodienst hat im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau umfangreiche Informationsmaterialien zum Ökolandbau erstellt. Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wurden weitere Informationsmaterialien über den ökologischen Landbau und die Verarbeitung ökologischer Erzeugnisse in ein eigenes Informationsportal gestellt.
Sowohl für allgemein bildende Schulen (Grundschule, Sek. I und Sek. II) als auch für Berufs- und Fachschulen Ernährungswirtschaft stehen unter Unterrichtseinheiten zur Verfügung.
Die Unterrichtsmaterialien der allgemein bildenden Schulen sind unterteilt in Unterrichtseinheiten und Projektvorschläge. Ausführliche Lehrerhandreichungen und Hintergrundinformationen garantieren eine problemlose Einbindung in den Lehrplan. Durch Textanalysen, chemische Experimente, Interviews, Online-Recherche und Auswertung von Statistiken lässt sich der Unterricht abwechslungsreich gestalten. Mit den Schülern der Klassen 5 bis 13 kann das Thema Ökolandbau in den Fächern Biologie, Geographie, Chemie, Sozialkunde, Hauswirtschaft und Deutsch behandelt werden.
Berufs- und Fachschülern wird das Thema Ökolandbau anhand von Foliensätzen, Präsentationen, Arbeitsblättern und Lösungen nahe gebracht

Landschaftsnutzung oder Landschaftsverbrauch

ist die zentrale Frage, die sich hinter der Forderung nach ökologischem Landbau verbirgt. Die Folgen mangelnder fachlicher Praxis kann man in den Böden und in den Gewässern beobachten, hierzu gibt die von uns erstellte Doppel-CD "Bach - Land - Fluss" Antworten, zeigt, wie man dies mit Schülern/innen untersuchen kann und gibt die dazu gehörigen Informationen, Arbeitsblätter etc.. Weitere Informationen und Lieferung über die Beratungsstelle für 6 € (Schutzgebührt) & Porto (sowie für Berliner Schulen portofrei per Fachpost).

Schulversorgung

Die lebensnäheste Beschäftigung mit der Landwirtschaft ist die Auseinandersetzung um die Ernährung, beim Pausenfrühstück, im Schulkiosk oder in der selbtsverwalteten Cafeteria etc. („Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - umweltverträgliche und gesundheitsfördernde Ernährung in der Schule"). Eine Anleitung für den Betrieb einer derartigen seit 12 Jahren wirtschaftenden selbstorganisierten Cafeteria wird demnächst hier ins Netz gestellt („Guten Appetit!" in unserer Cafeteria).

Die neue Ess-Klasse

Während des rund dreistündigen Einkaufstrainings lernen die Teilnehmer ihre eigenen Handlungsspielräume kennen und erfahren, wie ein nachhaltiger Einkaufskorb aussieht. Er enthält ökologisch produzierte Lebensmittel und regionale Produkte, die kurze Transportwege und ein hohes Maß an Transparenz in der Erzeugung bieten. Auch Gemüse und Obst der Saison sorgen für besonders schmackhafte und frische Lebensmittel von hohem Genuss- und Gesundheitswert. Mögliche Einkaufsquellen und hilfreiche Tipps bei der Auswahl geeigneter Produkte sind neben Geschmackstests ein weiterer Baustein des Kurses.
Soziale Verantwortung kann man auch durch den Kauf von Lebensmitteln aus fairem Handel wie Kaffee, Tee oder Kakao übernehmen. Der Leitfaden informiert über die Kriterien des Fairen Handels, die Situation der kleinbäuerlichen Produzenten in den Entwicklungsländern sowie das Warenangebot fair gehandelter Lebensmittel. Wer Fisch aus bestandserhaltender Fischerei kauft, leistet seinen Beitrag dazu, dass der Überfischung bedrohter Fischbestände entgegen gesteuert wird. Hierbei werden verantwortungsbewusste, umweltgerechte und gesellschaftlich nutzbringende Fangmethoden gefördert. Mit einem Kärtchenspiel lernen die Teilnehmer, sich mit der Situation verschiedener Speisefischarten vertraut zu machen und dies beim nächsten Einkauf von Fisch zu berücksichtigen.

Das Projekt ist von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz entwickelt worden und wird kostenlos bereit gestellt.

Unterricht

Fragen der Landwirtschaft können in den verschiedensten Fächern im Klassenraum unterrichtet werden („Ökologischer Landbau Umweltbildung - eine Herausforderung für viele Fächer"). Hierbei können ganz klassische Themen behandelt werden, wie z. B. in Chemie Stickstoff. 
Wer Fragen hat oder Informationen sucht, findet Hilfe und Beratung in der Beratungsstelle beim Ökowerk. Weitere Informationen kann man bei der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V.(FÖL) einholen.
Unterricht zu diesen Themen erfährt eine wesentliche Erweiterung in Projekten, bei denen der Unterricht außerhalb der Schule mit Beobachtungen und Messungen in der Landwirtschaft, bei der Nahrungsmittelaufbereitung und bei der Vermarktung ergänzt wird („Lebensmittel aus Ökologischem Landbau - Der Mensch ist, was er isst!"). Das gilt natürlich auch für Aktivitäten innerhalb der Schule die Versorgung der Schülerinnen und Schüler zu verbessern („Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - umweltverträgliche und gesundheitsfördernde Ernährung in der Schule").

Talking Food

Hauptzielgruppe der Kampagne "Talking Food" sind Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren. Aber auch deren Lehrer (für die es ein gesondertes Lehrer-Special gibt) und Eltern sowie die Medien sind wichtige Zielgruppen für die Kampagne.
Ziele der Kampagne sind:

  • Die Bedeutung des Themas Lebensmittelsicherheit ins Bewusstsein der Zielgruppen zu rücken
  • Informationen über Lebensmittelsicherheit zu jeder Zeit für viele Verbraucher leicht zugänglich zu machen.

Das Ganze geschieht unterhaltsam mit Infos, Spielen, Theater, Quiz, Messen und diversen Internetauftritten.

Umweltschutz/Gewässer

Die Frage der Landnutzung stellt sich nicht nur in der traditionellen Frage nach der Art und Weise landwirtschaftlicher Produktion und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, sondern auch in ganz anderen Zusammenhängen, bei der Analyse der Belastung der Gewässer, Oberflächenwasser ebenso wie das Grundwasser, durch die Landwirtschaft.

Im Bericht aus der Sächsichen Schweiz: "Die Ergebnisse des deutsch-tschechischen Schüler-Camps in Bad Schandau - Zur Interpretation von Messwerten" wird dies an einem Beispiel gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I untersuchten.

Zur Behandlung dieser Themen werden Beratung und schulinterne sowie überregionale Fortbildungen angeboten.

Weitere Infos und Links

Für weitergehende Informationen sei auf die von uns erstellen kommentierten und thematisch gegliederten Nachweise von Links im Internet hingewiesen.

Schulmilch (derzeit nicht aktuell s. Startseite)

Eine besondere Rolle nimmt die Schulmilch ein, wegen der Notwendigkeit zur Osteoporoseprophylaxe, sind doch nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 25% der Bevölkerung mit mit dem für die Ausbildung des Bewegungsapparates so notwendigem Kalzium unterversorgt, was nach der Menopause zu Knochenschwund führen kann. Außerdem ist das Protein der Milch besonders wertvoll, nur das des Hühnereies ist noch wertvoller. Der Frischmilch kommt ferner eine antiallergische Bedeutung zu.
Äußerst mager ist jedoch der Umsatz der von der EU suventionierten Schulmilch, was auch dem recht hohen Preis geschuldet sein mag sowie dem mit dem Verkauf verbundenen organisatorischen Aufwand. Dazu kommen aktuelle Probleme mit dem Angebot, oft umweltunfreundlich verpackt und dann noch durch ganz Deutschland gekarrt, mit schlechter Ökobilanz und kurzer Haltbarkeit. Soll man dann nicht den Lieferanten der Schulmilch wechseln?

Ganz frisch: Bio-Milch im Schulmilchangebot!

Nach Jahren der Stagnation gibt es jetzt die ersten Angebote für Bio-Milch im EU geförderten Schulmilchprogramm, ökologisch sinnvoll und gesundheitlich dringend geboten, denn der letzte Gesundheitsbericht wies auf eine rasante Zunahme der Fettsucht der Berliner Schülerinnen und Schüler hin. Ein gemeinsames Schulfrühstück - ggf. Bestandteil eines Schulprofils - ist Schulklima und Gesundheit gleichermaßen förderlich.
Und das ganz zu sinnvollen Preisen, nur knapp 7% teurer die sonst übliche Voll- oder H-Milch, siehe das Angebot mit den neuen Preisen für das Schuljahr 2009/10.