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Ökolandbau & Ernährung

 

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Die Milch und ihre Qualität

Das Angebot und die Preise

Die Schulmilchlieferanten

 

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, das auch für Berlin zuständig ist:

Umfassende Informationen

Schulmilch

Ein Viertel der Deutschen über 50 Jahre haben Osteoporose - "Knochenschwund" (6,5 Mio. Frauen und 1,3 Mio. Männer). Auf Grund der demographischen Entwicklung steigt diese Zahl stetig. Es kommt im Alter zum Knochenbruch. Die betroffenen Personen haben ein um ein Drittel erhöhtes Sterberisiko, ein Drittel wird dauerinvalid. Die Osteoporose schreitet im Verborgenen voran, ganz anders als andere gesundheitliche Risikofaktoren wie die der Übergewichtigen, Raucher und Alkohol Trinkenden. Die Folgekosten der Osteoporose betragen allein in der Bundesrepublik jährlich über 5 Mrd. € - Tendenz steigend.

Kalzium und Vitamin D sind besonders wichtige Bestandteile der Nahrung, die der Osteoporose vorbeugen können. Es ist insbesondere in Milch und Milchprodukten enthalten. Ferner ist Kalzium für die Zähne wichtig ebenso wie für die Fähigkeit, dem Unterricht während eines langen Schultags zu folgen.

Milch scheint auch das Immunsystem zu stärken und die in ihr enthaltene konjugierte Linolsäure Krebs zu hemmen. Außerdem sind die Proteine der Milch besonders wertvoll für den Menschen, nur die des Hühnereies ist noch wertvoller.

Umso bedenklicher ist es, dass nur 2/3 der Schülerinnen und Schüler im Oberschulalter  die empfohlene tägliche Calciummenge mit der Nahrung aufnehmen, um der später drohenden Osteoporose zu begegnen.

Aus diesen Gründen hat die Europäische Gemeinschaft (heute EU) seit Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Schulmilch subventioniert. In der BRD wurde dies unterschiedlich angenommen - in Bayern gut und in Westberlin schlecht. Doch seit der Einführung der subventionierten Milch sank der Absatz europaweit von 130 Mio l Anfang der 90er Jahre auf nunmehr nur noch 90 Mio l.

Um den Anreiz zur Teilnahme am Schulmilchprogramm zu erhöhen, hat die Europäische Kommission 2008 das Schulmilchprogramm erweitert und wurde die deutsche Verordnung aktualisiert. Auf der Liste der beihilfefähigen Milchprodukte stehen neben Kakao und Milch in vielen Geschmacksvarianten auch Käse, einschließlich fettarmer Käse sowie Joghurts und Frischkäse mit Aromen oder Fruüchten. Aber

warum

wird die Schulmilch so schlecht angenommen. Diese Frage stellte sich der Bundestag und gab eine Studie in Auftrag, bei der über 20.000 Probanden befragt wurden. Die Ergebnisse sind überdeutlich:

  • Die Mehrheit der Schulmilch trinkenden Schülerinnen und Schüler tun dies, weil ihnen die Milch schmeckt.
  • Die Mehrheit der keine Milch Trinkenden tun dies nicht, weil ihnen die Milch nicht schmeckt, sondern weil sie vom Elternhaus bereits andere Getränke mitbekommen - dies ließe sich leicht ändern.
  • 1/3 der keine Schulmilch Trinkenden tut dies aus Kostengründen.
  • Kinder und Eltern wünschen sich eine größere Vielfalt der Schulmilchprodukte und mehr Flexibilität bei der Bestellung, um auch manchmal Abwechslung zu haben. Seitens der Verwaltung wird dies nur selten unterstützt, lediglich 9% der Schulen bieten mehr als 4 Produkte an - siehe im Gegensatz dazu das Angebot.
  • Oftmals ist die Schulmilch zu warm und wird deshalb nicht getrunken.
  • Die Portionsverpackungen sind zu klein. Dem wird entgegengehalten, dass die kleineren Kinder in der Pause eine größere Portion nicht schaffen. Diese Hürde ließe sich durch ein  gemeinsames Schulfrühstück umgehen, das in vielen Grundschulen heute schon praktiziert wird. Die Pausen sind ja sowieso für die so dringend benötigte Bewegung der Kinder vorgesehen.

Im Übrigen taten die Schulen kund, dass sie Einzelaktionenen nicht mögen, viel wichtiger sei eine auf die Schule angepasste Gesamkonzeption der Verpflegung.